Bei unseren Wanderstreifzügen durch das Bergische Land sind wir heute im Neandertal gelandet. Der Rundwanderweg Neandertal führt entlang von Mettmannbach und Düssel zum Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal und folgt dabei teilweise den gut ausgeschilderten Wanderwegen rund um den Neanderlandsteig.

Unsere Tour auf dem Rundwanderweg Neandertal

Wir parken auf dem Parkplatz am Neandertalmuseum, wo wir jetzt unter der Woche und noch dazu während des Lockdowns ohne Probleme einen Platz für unser Auto finden.

Wir überqueren die Düssel und laufen, vorbei an einem richtig tollen Spielplatz Richtung Wald, wo unser Rundwanderweg Neandertal beginnt. Zunächst halten wir uns links und wandern auf einem schönen, naturbelassenen Weg mal mehr und mal weniger nah am Mettmannbach entlang.

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Pfad am Mettmannbach

Sowohl der Weg als auch die Landschaft sind wirklich schön, doch die nahe und leider auch sehr viel befahrene Straße nervt uns etwas. Da im weiteren Verlauf noch ein Stück entlang eben dieser Straße auf uns wartet, verlassen wir den Weg kurz bevor er zur Straße führt rechts auf einem kleinen Pfad und steigen den Berg hoch nach Blixberg.

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Weg nach Blixberg

An der Weggabelung in der kleinen Ortschaft halten wir uns rechts und folgen dem Weg gleich wieder nach links. Der Weg führt uns nun mehr oder weniger geradeaus über eine Ebene in den Wald. Da hier oben der Wind ganz schön pfeift, sind wir froh, als wir den Waldrand erreichen und unsere Ohren langsam wieder auftauen. Wir folgen dem ebenfalls naturbelassenen Weg durch den Wald hinunter zur Düssel. An der nächsten Kreuzung halten wir uns links und wandern auf einem breiten aber schönen Weg entlang der Düssel Richtung Eigen. Wenn du hier keine Lust mehr hast und direkt zum Eiszeitlichen Wildgehege gehen möchtest, dann kannst du hier übrigens auch nach rechts gehen und der Beschilderung zum Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal folgen.

Das eiszeitliche Wildgehege Neandertal

Das 23 Hektar große Wildgehege gibt es schon seit 1935. Während es früher viele verschiedene Tierarten beherbergt hat konzentriert man sich heute auf Auerochsen, Tarpane und Wisente und auf entsprechenden Informationstafeln kannst du viele interessante Dinge über die Tiere erfahren. Die Auerochsen im Wildgehege gehören übrigens zu den ältesten Herden in Deutschland. Sie sind eine Rückzüchtung und sehen dem Ur-Auerochsen verblüffend ähnlich. Der Letzte ihrer Originalvorfahren soll angeblich 1627 getötet worden sein. Die Tiere im Gehege leben das ganze Jahr über draußen, werden jedoch zugefüttert. Auf dem Gelände haben sie genügend Platz, um sich vor Wind und Wetter und auch aufdringlichen Blicken von Besuchern zu schützen. Auch die Tarpane sind längst ausgestorben. Die letzten frei lebenden Tiere wurden 1808 eingefangen und an die Bauern verteilt. Wie bei den Auerochsen auch, ist ihre Rückzüchtung jedoch gut gelungen und die Tiere im Neandertal haben viel Ähnlichkeit mit ihren Vorfahren. Anders als die Auerochsen haben die Tarpane einen Stall. Dies liegt aber nicht daran, dass sie der Witterung nicht standhalten, sondern dient dem Schutz der Weideflächen in den Wintermonaten. Im Frühjahr sollen auch wieder zwei Wisent Kühe in das Wildgehege einziehen. Hier handelt es sich übrigens nicht um Nachzüchtungen, denn mit viel Mühe ist es gelungen, diese seltenen Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. Bis die beiden Kühe einziehen wird noch fleißig am Neandertalhof gebaut, einer Art Ranger- und Wisentzuchtstation. Lust auf einen Besuch bei den Urzeittieren? Das Eiszeitliche Wildgehege ist ganzjährig geöffnet und kostenlos.

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An der Düssel

Wir haben noch nicht genug und setzen unseren Rundwanderweg Neandertal fort. Zum einen haben wir ja eh schon einen Teil der ursprünglich geplanten Strecke abgekürzt, zum anderen ist es hier an der Düssel, die sich durch das schöne Tal schlängelt wirklich toll. Allerdings könnte der Weg, für unseren Geschmack, ruhig etwas schmaler sein. Kurz bevor wir auf einen asphaltierten Weg kommen passieren wir noch einen wunderschönen Teich, in dessen Mitte eine Trauerweide auf einer kleinen Insel thront.

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Teich mit Weide

An der kleinen Straße gehen wir rechts und gelangen nach einem kurzen Stück auf Asphalt wieder auf einen naturbelassenen Weg, der uns direkt zu dem Gehege der Auerochsen im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal führt. Nachdem wir die imposanten Tiere bewundert haben geht es noch ein Stück entlang des Geheges und dann über Stufen hinunter zum Rehbockbach und gleich auf der anderen Seite, ebenfalls über Stufen, wieder hoch.

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Stufenweg im Wildgehege

Dieser kurze Wegabschnitt ist ein echtes Highlight im Eiszeitlichen Wildgehege, denn ansonsten sind die Wege hier meist breit, dafür aber natürlich auch gut mit dem Kinderwagen befahrbar.

Nach dem Aufstieg vom Rehbockbach wartet aber noch ein ganz anderes Highlight auf uns, denn oben treffen wir auf eine Auerochsenmutter mit ihrem noch sehr jungen Kälbchen. So sehr viel mehr Tiere bekommen wir jedoch nicht zu Gesicht, denn die beiden Wisente, die hier lebten, sind leider wegen Altersschwäche eingeschläfert worden. Na ja und die Tarpane verstecken sich vor uns im Stall, sodass wir nur einen kurzen Blick erhaschen können.

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Auerochse mit Kalb

Etwa auf der Höhe der Wohnhäuser, die wir links liegen lassen wird der Weg auch wieder schöner und geht in einen mittelbreiten und reichlich matschigen Pfad über, der uns wieder hinunter zur Düssel führt. Normalerweise bin ich ja diejenige, die sich auf solchen wegen gerne mal auf den Hosenboden setzt und so zu Janas Belustigung beiträgt. Dieses Mal hat es jedoch Jana erwischt – ach Schadenfreude kann so schön sein!Rundwanderweg Neandertal 8

Unten angekommen legen wir die letzten Meter bis zum Auto auf einem breiten und für die Besucher der Steinzeitwerkstatt angelegten Weg zurück. Leider sehen wir zu spät, dass der weg auf der anderen Seite der Düssel viel schöner gewesen wäre, aber gut es sind ja wirklich nur ein paar Meter gewesen.

 

Fazit zum Rundwanderweg Neandertal

Hm, das ist mal wieder so eine Wanderung, bei der es mir wirklich schwer fällt ein, ein Fazit zu schreiben. Das liegt daran, dass sie mich, abgesehen von ein paar Stellen nicht wirklich vom Sockel gerissen hat, sie aber auch nicht so war, dass ich dir raten würde, die Finger davon zulassen. Wirklich schön fand ich den Streckenabschnitt entlang der Düssel nach Eigen, den kleinen Pfad hinauf nach Blixberg und das Teilstück mit den Stufen im Eiszeitlichen Wildgehege. Nett war auch das Stückchen hinunter zur Steinzeitwerkstatt. Der Weg entlang am Mettmannbach war eigentlich auch schön, doch mich hat die Straße sehr gestört. Im eiszeitlichen Wildgehege fand ich die Wegführung langweilig, aber ich sehe natürlich ein, dass solche Orte barrierefrei und kinderwagengerecht sein sollen und will daher auch nicht meckern.

Das Neandertal Museum

Im Museum kannst du eine Reise durch 4 Millionen Jahre Menschheitsgeschichte machen und den Fragen nachgehen, woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen. Coronabedingt ist das Museum gerade leider geschlossen. Ansonsten hat es Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr geöffnet und wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, bekommst du sogar einen Rabatt auf den Eintrittspreis. Mehr zu aktuellen Öffnungszeiten, Hygieneregeln und Eintrittspreisen erfährst du auf der Homepage des Museums.

Wenn du ein Fan von Wildgehegen bist und vielleicht auch dem Neandertal Museum einen Besuch abstatten möchtest, dann kann ich dir den Rundwanderweg Neandertal durchaus empfehlen. Wenn du aber auf schöne Bachtäler und kleine Pfade stehst, dann gibt es sicher, trotz der Düssel, bessere Wege, damit du auf deine Kosten kommst

 

Weitere Infos zum Rundwanderweg Neandertal

Anfahrt

Mit dem Auto:

Autobahn A46 Wuppertal-Düsseldorf, Abfahrt Hilden, Beschilderung „Neandertal“ bzw. „Neanderthal Museum“ folgen.

Autobahn A3 Köln-Oberhausen, Abfahrt Mettmann, Richtung Mettmann bis Zentrum, ab dort Ausschilderung „Neanderthal Museum“ folgen.

 

Mit dem ÖPNV

Regiobahn (S 28): Kaarst–Neuss–Düsseldorf–Mettmann-Wuppertal: Haltestelle Neanderthal, 800 m Fußweg zum Museum.

S-Bahn (S 8): Mönchengladbach–Düsseldorf–Hagen: Haltestelle Hochdahl, 25 Minuten Fußweg zum Museum

Buslinie (741): Mettmann–Hilden:  Haltestelle Neanderthal/Museum, unmittelbar vor dem Museum

Buslinie (743): Mettmann–Erkrath: Haltestelle Neanderthal/Museum, unmittelbar vor dem Museum

 

Parken

Wir haben direkt an der Bundesstraße, gegenüber dem Museum geparkt. An Wochenenden und ohne Corona sind hier die Plätze aber vermutlich Mangelware. Wenn du dich aber erst einmal im Bereich des Museums befindest, dann sind verschiedene Parkplätze ausgeschildert.

Weg und Wegbeschaffenheit

Der Weg ist, ohne die von uns gegangene Abkürzung 8,2 Kilometer lang und du musst 100 Höhenmeter überwinden. Die Wege sind meist breit und gut begehbar, sodass du nicht trittsicher sein musst. Abgesehen von kurzen Stücken auf Asphalt handelt es sich um naturbelassene Wanderwege, wobei ich den Anteil an Kieswegen recht hoch fand. Konditionell stellt der Rundwanderweg Neandertal keine besonderen Ansprüche an dich.

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Wandertipps und Literatur

Viele tolle Wandertipps für das Bergische Land, die Eifel oder auch in anderen Ecken von Deutschland findest du natürlich hier auf meinem Blog.

Speziell für Touren im Bergischen Land kann ich dir zusätzlich die folgenden Wanderführer empfehlen:

Natürlich kannst du dir deine Touren auch ganz individuell mit Komoot oder outdooractive zusammenstellen oder eine der hier vorgeschlagenen Routen in Angriff nehmen. Wenn du eher oldschool mit Karte unterwegs bist, dann empfehle ich dir die Wanderkarten Bergisches Land vom Amt für Liegenschaftskataster und Geoinformation/Rheinisch-Bergischer Kreis beziehungsweise der Naturarena. Je nach Gegend in der du wandern möchtest gibt es unterschiedliche Karten.

 

 

Achte auf die Natur
Der Wald steckt voller Überraschungen, beheimatet eine große Artenvielfalt und ermöglicht vielfältige Naturerlebnisse. Damit das so bleibt, müssen wir uns alle an gewisse Regeln halten. Wenn du in die Natur gehst, dann …

• nimm bitte deinen Müll wieder mit, und zwar allen, auch den organischen Müll.

• sei bitte leise und scheuche keine Tiere auf.

• halte dich an die Beschilderung und verlasse die Wanderwege nicht.

• knicke keine Äste ab und pflücke keine Gräser und Blumen.

• zelte nicht wild.

• parke bitte nur auf den ausgewiesenen Plätzen

 

 

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