Wanderung durch die Teufelsschlucht

Wanderung durch die Teufelsschlucht

Nach unserer Radreise im Sommer fängt bei uns irgendwie immer die Wandersaison an und so hat es uns neulich in die Ferienregion „Felsenland Südeifel verschlagen. Genauer gesagt in die Teufelsschlucht.

Die Region

Die Region „Felsenland Südeifel“ liegt unmittelbar an der luxemburgischen Grenze und hat landschaftlich einiges zu bieten. Da ist zum einen die märchenhafte Sandsteinfelsenwelt der Plateaus über den Tälern von Sauer, Prüm, Nims und Enz, der vom Schiefer geprägte „Islek“ mit großen Hochflächen und dem tiefen Tal der Our und schließlich die sanften Hügel des Gutlandes. Auf zahlreichen Wander- und Radwegen lässt sich die Gegend gut erkunden und die zahlreichen Campingplätze bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten für den kleinen Geldbeutel.

Die Teufelsschlucht

Die faszinierende Schlucht entstand vor rund 12000 Jahren also gegen Ende der letzten Eiszeit. Damals kam es durch den Wechsel von Frost- und Tauperioden am Rande es des Hochplateus zu gewaltigen Felsstürzen. Ein großer Steinblock, der aus der Plateuwand herausbrach öffnete die heute 28 Meter tiefe Teufelsschlucht. Wer mehr über die Entstehung der Teufelsschlucht und die Landschaft in der Umgebung erfahren möchte, sollte einen Besuch im Naturparkzentrum einplanen. Hier starten übrigens auch die „Teufelspfade“. Drei markierte Rundtouren mit unterschiedlicher Länge.

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Verschiedene Wanderrouten

Mit knapp 2 Kilometern ist der Teufelspfad 1 der kürzeste Rundweg. Er bietet nicht nur eine faszinierende Natur sondern ist trotz seiner Kürze durchaus anspruchsvoll, denn allein durch die Teufelsschlucht führen mehr als 140 Stufen.  Der Teufelspfad 2 oder auch „Großer Rundweg Teufelsschlucht“ ist 3,5 Kilometer lang und schließt an den kleinen Rundweg an. Es lohnt sich hier wirklich die 1,5 Kilometer weiter zu laufen, denn man kommt an spektakulären Felspartien vorbei.

Als eher anspruchsvoll gilt die Teuflische 8 mit einer Länge von 5,8 Kilometern. Sie verbindet die Teufelsschlucht mit den Irreler Wasserfällen. Ebenfalls am Naturparkzentrum startet der Rundwanderweg 54 mit 8, 1 Kilometern.

Gehzeiten (reine Gehzeit):

  • Kleiner Rundweg Teufelsschlucht: 45 Minuten – 1 Stunde
  • Großer Rundweg Teufelsschlucht: 1,5 – 2 Stunden
  • Teuflische Acht: 3 – 4 Stunden
  • Wanderweg 54: 5 -5 Stunden

 

Der Felsenweg 6

 

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Da wir eine Tagestour machen wollten, haben wir uns für den Felsenweg 6 mit 17 Kilometern Länge entschieden, der übrigens nicht am Naturparkzentrum startet, sondern am Wanderparkplatz Felsenweiher in Ernzen.

Als wir am Morgen aufbrechen ist das Wetter mäßig, doch schon auf dem Weg hoch nach Ernzen wird der Nebel immer dicker und oben angekommen sehen wir die Hand vor Augen nicht mehr. Folglich finden wir auch den Wanderparkplatz nicht. Trotz Neben nicht zu übersehen sind hingegen die Hinweisschilder zum Naturparkzentrum. Da unser Weg ja dort vorbei führt parken wir kurzentschlossen auf dem dortigen Besucherparkplatz und gehen von dort aus los.

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Langsam lichtet sich der Nebel etwas und die Spinnweben, durch die ich immer wieder laufe deuten daraufhin, dass hier heute noch niemand gegangen ist. Als wir am Naturparkzentrum ankommen, liegt auch das verlassen dar und wir wundern uns etwas, denn wir sind zwar früh dran, aber so früh nun auch wieder nicht. Die Lösung ist ganz einfach: Es macht erst um 11 Uhr auf. Uns soll es fast egal sein. Fast, weil wir unsere Karte auf dem Campingplatz vergessen haben und gerne eine neue erstanden hätte, so müssen wir uns auf die Beschilderung verlassen. Wird schon schiefgehen, denken wir und steigen in die 28 Meter tiefe Teufelsschlucht ab. Wir sind total begeistert und schnell wird klar, dass die angegebene Gehzeit nie und nimmer reicht, denn wir bleiben ständig stehen, um Fotos zu machen.

So gern, wie ich wandern gehe, so ungerne gehe ich auf irgendwelchen Ziehwegen, schlimmstenfalls auch noch asphaltiert, deshalb bin ich von dem Weg so begeistert. Es geht rauf und runter und manchmal wird es richtig eng und ich frage mich, ob ich mit Rucksack überhaupt durchkomme. Der Weg ist so abwechslungsreich, dass wir die zurückgelegten Höhenmeter kaum merken. Allerdings sind wir froh, dass wir früh aufgestanden sind, denn wenn man an den schmalen Durchgängen und Stiegen Schlange stehen muss macht das Ganze sicher nur halb soviel Spaß.

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Am Ende der Teufelsschlucht angekommen sind wir fast etwas enttäuscht, dass es schon vorbei ist. Mit Begeisterung stellen wir jedoch fest, dass unser Weg weiterhin durch sagenhafte Felsformationen führt. Irgendwann kommt auch ein Abzweig zu den Irreler Wasserfällen, doch den Abstecher schenken wir uns, denn 17 Kilometer sind schon genug. Und dann ist plötzlich alles vorbei und wir stehen auf einer Ebene und haben zu allem Übel auch noch unseren Wanderweg verloren. Als wir an einer Kreuzung die Markierung für den Wanderweg 54 finden nehmen wir diesen, da er garantiert zu unserem Auto führt. Allerdings haben wir so den einmaligen Blick auf Echternach von der Liboriuskapelle und den Felsenweiher verpasst. Auch, wenn es letztendlich keine 17 Kilometer waren kommen wir recht abgelatscht am Auto an und da wir in ganz Ernzen keinen Gasthof gefunden haben, gehen wir noch einmal die 300 Meter vom Parkplatz zum Naturparkzentrum, um etwas zu trinken.

Weitere Informationen

 

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