Zuletzt aktualisiert am 29. September 2019 um 17:03

Ich berufe mich ja ungern auf unseriöse Quellen, aber wenn es so schön in das eigene Konzept passt, kann man ja mal eine nicht ganz ernst gemeinte Ausnahme machen. Im Netz habe ich folgenden Artikel entdeckt, der mich endlich von sämtlichen Rechtfertigungen meiner Reiselust betreffend freispricht:

„Wissenschaftler der UC Irvine veröffentlichten schon 1999 eine Forschungsarbeit, die sich mit Migrationsmustern des prähistorischen Menschen befasst.

Ursprünglich wollten sie einen Zusammenhang zwischen dem Dopamin 4-Rezeptor und dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom finden. Letztlich fanden sie jedoch eine andere Korrelation: Menschen mit Dopamin 4-Rezeptoren sind erlebnishungriger und neigen eher zu Migration.

Fast alle Teilnehmer der Studie, die dieses Gen besaßen, liebten es, zu reisen oder wechselten mehrmals ihren Wohnort. „Wie schon die Forschung zuvor annahm, kann eine Verbindung zwischen langen Allelen des Dopamin 4-Rezeptors mit einer immer nach etwas Neuem suchenden Persönlichkeit hergestellt werden, die leicht hyperaktiv ist und ins Risiko geht“, beschreibt die Forschungsarbeit.

Die Träger der DRD4, wie man es abkürzt, waren genetisch dazu veranlagt, immer wieder den Wohnort zu wechseln. Aber nur ein kleiner Anteil des menschlichen Genpools hat diese Veranlagung. Der größte Teil der Menschen war eher darauf konditioniert, sich wenig Land zu eigen zu machen und dort Wurzeln zu schlagen“. (http://www.huffingtonpost.de/2016/02/24/darum-verreisen-manche-me_n_9306460.html)

Es ist also völlig normal, dass ich schon nach der Hälfte der Reise jammre, weil es bald wieder nach Hause geht. Und das egal, ob noch eine Woche oder noch zwei Monate vor mir liegen. Es ist völlig normal, dass ich mich am liebsten mit Händen und Füßen gegen eine Rückkehr wehren würde. Und es ist bei meiner genetischen Disposition auch völlig klar, dass ich, kaum in meiner Wohnung angekommen, schon die nächste Reise plane.

Um ehrlich zu sein, wenn ich meinen Stammbaum zurück verfolge erscheint das alles logisch. Schon meine Eltern waren ständig mit dem VW Bus unterwegs. Da es mich besonders hart mit der Reiselust getroffen hat, gehe ich davon aus, dass das Gen sowohl bei meiner Mutter als auch bei meinem Vater dominant war. Dies würde auch erklären, dass meine Tochter alles stehen und liegen lässt, wenn ich ihr eine Tour und sei sie auch noch so kurz vorschlage.

Leider ist bisher noch nicht erforscht, inwieweit das Reisegen in Zusammenhang mit dem ständigen Bedürfnis nach frischer Luft steht. Weitere Forschungsergebnisse wären für mich persönlich sehr hilfreich, denn dann könnte ich auch endlich erklären, warum ich nicht bei geschlossenem Fenster schlafen kann, ich den halben Winter die Balkontür auf habe und mir das Essen am besten nach einer geilen Tour vom Campingkocher schmeckt.Und natürlich, warum ich auf meiner Isomatte im Zelt zwar nicht besser schlafe, als in meinem Bett aber trotzdem erholter bin.

In diesem Sinne bleibt verrückt oder eben doch normal und reist.

Ich für meinen Teil steige nun in die Planung für die Osterferien ein.

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