Zuletzt aktualisiert am 30. September 2019 um 12:09

Viel befahren und beschrieben machen wir uns nun auch auf den Weg um den Moselradweg zu erkunden. Unsere Mutter–Tochter-Tour führt in vier einhalb Tagen von Trier nach Koblenz. Wir fragen uns, wie familienfreundlich und romantisch ist die Tour wirklich?

Ankunft in Trier

Nach fast drei einhalb Stunden mit dem Bummelzug durch die Eifel können wir uns endlich in Trier auf die Räder schwingen. Unser Bahnsteig führt zum Glück direkt auf die Straße- ein Pluspunkt, wenn man alleine mit einem Kind unterwegs ist. Kein lästiges Schleppen der Räder! Froh endlich an die Mosel zu kommen, lassen wir die Porta Nigra einfach links liegen und erreichen um Punkt 18.00 Uhr den sagenumwobenen Moselradweg. Da es schon spät ist, endet unsere erste Etappe in Riol. Der Weg dahin führt ohne Verkehr immer am Ufer der Mosel entlang. Der Campingplatz ist nicht die Krönung, aber für 5 Euro sind wir auch nicht wählerisch. Wenn man jedoch nicht gerade essen gehen möchte – die Pizza riecht allerdings super – sollte man Vorrat mitbringen, denn außer frischen Brötchen gibt es hier nichts. Wir haben jedoch vorgesorgt und genießen unser mitgebrachtes Gulasch. Erst am nächsten Morgen wird uns die fehlende Einkaufsmöglichkeit schmerzlich bewusst, denn es gibt nur trockene Brötchen.

 

Von Riol nach Wolf

Das spärliche Frühstück hält uns nicht lange auf und so machen wir uns schon früh auf den Weg. Bei strahlendem Sonnenschein radeln wir entlang der Mosel. Es geht vorbei an kleinen Winzerdörfern mit den typischen Weingütern. Die Promenaden sind gesäumt von Gaststätten und Weinkellern, die zum Verweilen einladen. Immer wieder kann man Spuren der alten Römer besichtigen. Noch sind wir fast allein, doch gegen elf Uhr füllt sich der Radweg merklich und schon bald hören wir auf jedem Radfahrer einen „Guten Morgen“ zu wünschen. Hinter Thörnich verlässt der Weg für einige Kilometer die Mosel und führt direkt durch die Weinberge.

 

Langsam bekommen wir Hunger und machen uns in den nächsten Dörfern auf die Suche nach einem Laden, denn die restlichen Brötchen wollen wir gerne mit Belag essen. In Neumargen-Dhron werden wir endlich fündig. Wir nutzen die Gelegenheit und kaufen auch gleich für das Abendessen ein. Nach einem zweiten Frühstück geht es weiter. Vor uns liegen noch etwa 30 Kilometer. Hinter Neumagen-Dhron wechselt die B 49 die Uferseite und so müssen wir immer wieder Teilstücke entlang der Bundesstraße fahren. In diesen Momenten blicken wir immer neidisch auf die andere Uferseite, wo der Radweg garantiert gerade viel schöner ist. Ich hatte bei der Planung ohne große Überlegung das rechte Flussufer gewählt, doch nun beschließen wir für morgen eine neue Strecke. Immer dort, wo die Bundesstraße das Ufer wechselt, tun wir es auch, nur eben in entgegengesetzter Richtung. Der nächstgrößere Ort auf unserer Route ist Bernkastel.

 

Da Jana immer langsamer wird, habe ich ihr hier ein Eis versprochen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Der Ort ist voll mit Touristen. Sie kommen per Schiff, per Bus, mit dem PKW oder eben mit dem Rad. Als ich endlich ein Restaurant gefunden habe, in dem es sowohl Eis als auch noch freie Plätze gibt, brauchen wir nur noch einen Abstellplatz für unsere Räder. Als wir uns noch suchend umgucken, wird vor uns an der Mauer eine Fahrradlänge frei. Schnell parken wir ein. Mit vollem Eisbauch nehmen wir die restlichen Kilometer bis zum Campingplatz in Angriff.
Diesmal stehen wir nicht zwischen Wohnwagen, es gibt auch ein paar Zelte und gleich fühlen wir uns wohl. Jana geht noch an der Mosel planschen und ich koche das obligatorische Urlaubsgericht: Nudeln in Schinken Sahne Soße.
Nach dem Essen studieren wir noch kurz die Landkarte, wo wir wann die Mosel überqueren, um die Bundesstraße zu umgehen.

Von Wolf nach Bullay

Ausgeruht, voller Tatendrang und gestärkt durch ein schönes Frühstück starten wir die dritte Etappe unserer Tour. Damit auch noch etwas Zeit zum Spielen bleibt, wollen wir heute nur ca. 30 Kilometer fahren.

 

Kurz hinter Wolf überqueren wir die Mosel. Zwar haben wir auch heute immer wieder Teilstücke mit Straße aber insgesamt scheint unser Plan aufgegangen zu sein. Immer wenn es auf unserer Seite besonders schön ist, sehen wir auf der anderen Seite die Radfahrer entlang der Bundesstraße radeln. In Traben – Trabach wimmelt es nur so vor Menschen und so verzichten wir darauf uns den Ort, der durch seine Jugendstilhäuser bekannt ist, anzugucken. Wir fahren weiter Richtung Moselschleife. Auf der Höhe von Pünderich besteht die Möglichkeit über den Berg abzukürzen, doch statt die Moselschleife von oben zu bewundern möchte Jana lieber am Fluss weiter fahren. In Zell setzen wir erneut über und nehmen die restlichen Kilometer bis zum Campingplatz in Angriff. Trotz der wenigen Kilometer sind wir geschafft, denn wir hatten -wie soll es anders sein – ordentlich Gegenwind. Jana verbringt den Nachmittag damit in der Mosel Fische zu fangen und ich lege mich mit einem Buch in den Schatten. Zum Abendessen müssen wir etwas improvisieren. Der Laden auf dem Campingplatz hat, außer Dosenfutter, nicht viel zu bieten. Also wieder Schinkennudeln, nur diesmal nicht mit Sahne, sondern mit Frischkäse, aber mit etwas Wasser gestreckt, geht auch das.

Von Bullay nach Burgen

Glücklicherweise gibt es auch auf diesem Campingplatz frische Brötchen. Und so machen wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück in der Morgensonne auf den Weg. Obwohl es schon nach 10 Uhr ist, treffen wir erstaunlich wenig Radfahrer. Schon bald wird klar warum: Denn kurz hinter Neef verlassen wir den asphaltierten Weg. Auf gut befestigten Wegen geht es nun durch Wald und Weinberge. Die Idylle wird nur durch kurze Straßenabschnitte unterbrochen. Und wir sind uns schnell einig: Dies ist der schönste Teil der Tour. Kurz hinter Beilstein stehen mehrere Radfahrer um einen Baum herum. Hier gibt es die ersten reifen Kirschen. Während sich noch alle Strecken um an die letzten erreichbaren Kirschen zu kommen mache ich Jana eine Räuberleiter und sie klettert in den Baum. Schnell ist eine kleine Portion für uns beide gepflückt und dann ist erst einmal Kirschenessen angesagt. Anschließend geht es weiter und schon bald befinden wir uns wieder auf einem Schotterweg. Uns kommen vor allem Mountainbiker entgegen und ich frage mich, ob wir wohl mit unserem Gepäck gut durchkommen. Aber kein Problem. Kurz vor Treis- Karden kommen wir wieder auf einen asphaltierten Weg und leider auch wieder an die Bundesstraße. Dieser folgen wir die restlichen Kilometer bis zum Campingplatz. Als wir ankommen, regnet es in Strömen, doch nach einiger Zeit können wir unser Zelt aufbauen und sogar im Trockenen kochen.

 

Von Burgen nach Koblenz

Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir und auf den Weg zu unserer letzten Etappe. Die nahende Großstadt macht sich schon hier bemerkbar. Wir wählen das linke Moselufer und kommen so ohne Straße bis in die Vororte von Koblenz. Der Weg führt entlang der Bahnlinie durch die Weinberge. Je näher man Koblenz kommt werden die Schrebergärten mehr. In Metternich überqueren wir die Mosel und schlagen uns im Großstadtdschungel bis zum Bahnhof durch.

Unser Fazit
Der Moselradweg ist landschaftlich einfach eine Wucht.
Aufgrund des engen Moseltales bleiben Strecken an der Straße allerdings nicht aus. Meistens gibt es einen Radweg. Trotzdem sollten Kinder einigermaßen straßensicher sein. Auf der Strecke gibt es zahlreiche Campingplätze, sodass die Etappenlänge kindgerecht geplant werden kann. Auch gibt es die Möglichkeit Teilstrecken mit dem Schiff zu fahren. Alle von uns besuchten Campingplätze waren sauber und lagen preislich zwischen 5,00 und 13,00 Euro. Von Köln kommend sind beide Züge (nach Trier und von Koblenz) mit einem ebenerdigen Einstieg, sodass auch Kinder ihr Rad mühelos alleine in den Zug bekommen.

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