Auf Traumstraßen durch die Pyrenäen

AufTraumstraßendurch diePyrenäen

 

Von Foix nach Antignac auf Nebenstraßen

 

Von Carcassonne kommend, starten wir unsere Tour durch die Pyrenäen in Foix. Es geht noch ein paar Kilometer auf der Schnellstraße N 20, bis wir auf die D 618 nach Surba abbiegen und den ersten Stopp einlegen. Als wir aus dem Auto aussteigen, haben wir das Gefühl, schon lange nicht mehr so herrliche Luft eingeatmet zu haben.

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Vor einer tollen Bergkulisse atmen wir tief durch und ich muss mich wirklich zwingen, dass ich mich nicht wieder ärgere, dass wir nicht mit dem Fahrrad unterwegs sind. Im Nachhinein muss ich aber auch zugeben, dass die Strecke, die wir in den nächsten Tagen zurückgelegt haben, so mit dem Rad nicht möglich gewesen wäre. Gedopt mit guter Luft, setzen wir unsere Tour fort und mit dem Col de Port geht es immerhin schon auf 1250 Meter hoch. Der nächste Pass, der Col des Caougnous ist zwar mit 974 Metern vergleichsweise niedrig, doch irgendwie kurbele ich mich dennoch Kurve um Kurve hoch.

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Über Massat und Lacourt geht es auf der D 618 weiter nach St. Girons. Hier sollte für heute eigentlich Schluss sein, doch es ist noch früh und das Wetter lädt weder zu einem Spaziergang, noch zu einem Nachmittag vor dem Zelt ein und auch St. Girons besticht nicht gerade durch seine Schönheit und so beschließen wir nach einer kurzen Kaffeepause weiter bis Antignac zu fahren. So fahren wir weiter auf der D 618 und kurbeln uns schon einige Kilometer später den nächsten Pass hoch, den Col de Portet d’Aspet mit 1069 Metern.

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Nachdem ich den 4. und 5. Gang schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr benutzt habe, wird nun auch der 3. Gang zur Seltenhei.  In einer der vielen Kurven haben wir so viel Mitleid mit unserem Auto, dass wir ihm einen Namen geben und fortan bringt uns Karl-Heinz die Berge rauf und auch wieder runter. Die Landschaft haut uns um, wobei wir uns manchmal doch eher wie in den Alpen fühlen.

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Wieder unten angekommen, trennt uns nur noch der Col des Ares mit schlappen 797 Metern von unserem heutigen Etappenziel Antignac. Doch auch hier hinauf muss Karl-Heinz mächtig arbeiten und ich freue mich zum ersten Mal richtig darüber, dass er die Arbeit übernimmt und ich nicht mit meinem Fahrrad und Beinen, die einfach nur „du kannst uns mal“ sagen am Straßenrand stehe.

 

Auf den Spuren der Tour de France

In Antignac sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, doch wohl nur um diese Jahreszeit, denn mehrere Campingplätze, Hotels und Ferienwohnungen deuten darauf hin, dass hier im Winter und zur Tour de France der Bär los ist, na ja, zumindest der Tourismus Einzug nimmt.

Kein Wunder, denn wir sind nicht nur umgeben von schneebedeckten Gipfeln, sondern vor uns liegen auch die Pässe Col de Peyresourde, Col d‘ Aspin und Col du Tourmalet, die vor allem durch die Tour de France Bekanntheit erlangt haben.

Wir quartieren uns auf einem der fast menschenleeren Campingplätze ein und können dank eines großen Sitzbereiches mit Dach sogar im Trockenen kochen.

Am nächsten Morgen machen wir uns, immer den schneebedeckten Bergen entgegen auf, in das Herzstück der französischen Pyrenäen.

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Zunächst geht es auf den Col de Peyresourde mit 1569 Metern. Gerade wieder unten kurbeln wir uns in nicht enden wollenden Kurven und Serpentinen auf den Col d‘ Aspin und versuchen den Radfahrern unterwegs mit einem erhobenen Daumen nicht nur Mut zu machen, sondern ihnen auch unsere Bewunderung auszudrücken.

In Seoube am Fuße des Col d‘Aspin angekommen gönnen wir Karl-Heinz eine Pause und uns einen Kaffee, bevor wir uns an den Königspass der Pyrenäen, den Col du Tourmalet mit 2115 Metern machen.

Wir sind gespannt und die Landschaft ist einmalig, doch plötzlich stehen wir nicht nur vor den Bausünden, die der Wintersport mit sich bringt, sondern auch vor einer gesperrten Straße.

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Ungewollte Planänderung

Der Pass ist um diese Jahreszeit noch nicht vollständig geräumt. Enttäuscht müssen wir umdrehen und den Königspass Königspass sein lassen. Der Umweg führt uns über Lourd, doch wir schenken dem Wallfahrtsort weiter keine Beachtung. Über die D 921 wollen wir möglichst schnell wieder zur D 918 gelangen, um über den Col du Soulor und den Col d‘ Aubisque zu fahren.

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Doch auch hier liegt leider noch zu viel Schnee und so gelangen wir erst wieder bei Louvie – Juzon auf die D 938 beziehungsweise einige Kilometer später auf die D 918. Natürlich sind wir enttäuscht, freuen uns aber auch schon darauf, auf die spanische Seite zu wechseln. Und genießen auch hier die Landschaft.

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In Larrau verlassen wir die D 26, auf der wir uns seit einigen Kilometern befinden und schrauben uns in einer unglaublichen Landschaft nach einmal auf 1573 Meter rauf. Oben angekommen brauche nicht nur ich eine Pause, zumal Nebel und Regen die Fahrt auf der kleinen Straße nicht gerade erleichtert haben.

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Wir stehen sozusagen im Nichts – zumindest sehen wir nichts und Karl – Heinz brummt und brummt. Als nicht wirklich autoerfahrende Reisende brauchen wir etwas, um zu verstehen, was da brummt. Karl – Heinz hyperventiliert sozusagen und es ist die Motorkühlung, die uns so irritiert hat. Praktisch, so etwas könnte ich beim Rad fahren auch gebrauchen. Nachdem sich Karl – Heinz einigermaßen regeneriert hat, treten wir die Abfahrt nach Ochagvia an, wo wir Karl – Heinz eine Pause gönnen und wir etwas wandern gehen.

 

Fazit

Eins ist sicher, wir waren nicht zum letzten Mal in den Pyrenäen und beim nächsten Mal bringen wir auch etwas mehr Zeit mit für all die herrlichen Wanderwege, die wir unterwegs gesehen haben. Landschaftlich haben die Pyrenäen eigentlich alles zu bieten.

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Vom Sanften Vorbergland bis zu schroffen 2000 dern. Wiesen, Wälder, klare Flüsse und Bergseen. Etwas Fahrpraxis sollte man natürlich mitbringen, denn die Straßen sind sehr schmal und oft fehlt es auch an einer Fahrbahnbegrenzung in Richtung Abhang. Alles in allem fährt es sich aber gut, da eigentlich alle in einem angenehmen Tempo fahren. Aufpassen sollte man bei schönem Wetter auf die vielen Motorradfahrer, die sich nicht selten arg in die Kurve legen und damit mit dem Oberkörper über die Mittellinie, sollte diese überhaupt vorhanden sein, kommen.

 

 

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2 Gedanken zu „Auf Traumstraßen durch die Pyrenäen

    1. Hallo Thomas,
      ja das haben wir befürchtet, aber es ging ja nicht anders. Mit dem Fahrrad mogle ich mich ganz gerne mal an den sperren vorbei allerdings nur, wenn einheimische Radfahrer dies auch tun) aber mit dem Auto ging es nun einmal nicht. Aber ich bin mir sicher, dass ich wieder in die Pyrenäen fahre und dann hole ich den Pass nach.
      Liebe Grüße
      Anja

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