Kreative Unterrichtsmethoden Teil 2

Nachdem ich im letzten Artikel über Unterrichtseinstiege geschrieben habe möchte ich euch jetzt einige Methoden zur Vertiefung des Themas vorstellen. Gleichzeitig möchte ich schon auf den letzten Teil der Artikelserie hinweisen. Logischerweise geht es hier um Lernstandkontrolle und Abschluss eines Themas. Gleichzeitig gibt es hier dann auch den gesamten Beitrag als PDF zum downloaden.Grafik1 (1)

Hier nun aber wie versprochen die Fortsetzung. In diesem Teil geht es darum, ein Thema gemeinsam zu vertiefen und in seinen unterschiedlichen Facetten zu erarbeiten. Auch in dieser Unterrichtsphase geht es mir darum, die Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich an der Erarbeitung zu beteiligen und Frontalunterricht sowie lange Sachtexte nach Möglichkeit zu vermeiden.

 

Das Schreibgespräch

Ich weiß nicht warum, aber ich bin ein absoluter Fan von Schreibgesprächen. Das Schreibgespräch bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich zum Thema zu positionieren und eigene Vorstellungen einzubringen. Dadurch, dass die Kommentare auch wieder kommentiert werden können entstehen erste Ansätze einer Diskussion und kontroverse Einstellungen und Meinungen werden deutlich.

Durchführung

Bei einem Schreibgespräch kann entweder das gesamte Thema unter einem Schlagwort zusammengefasst werden oder in mehrere Fragestellungen oder Thesen untergliedert werden. Je nachdem werden die Schlagworte oder Thesen auf große Blätter geschrieben, die dann auf mehreren Tischen ausliegen. Wichtig finde ich, dass das Schreibgespräch auch Raum für provokante Thesen bietet. Ist alles vorbereitet, gehen die Schülerinnen und Schüler von Tisch zu Tisch und schreiben ihre Meinung auf das Plakat. Dabei sollten auch die Stellungnahmen der MitschülerInnen kommentiert werden. Nach und nach entsteht so ein Poster mit den unterschiedlichsten Kommentaren Anregungen und Ideen. Anschließend können, wenn es die Zeit zulässt, die Plakate in Gruppenarbeit ausgewertet werden.

Das Puzzle

Das Puzzle eignet sich vor allem für die jüngeren Jahrgänge. Es kann dazu benutzt werden Aussagen, Jahreszahlen, Bilder oder Ähnliches zuzuordnen aber auch um die wichtigsten Aussagen beispielsweise eines Sachtextes in spielerischer Weise wiederzugeben. Grundsätzlich kann das Material in zweierlei Hinsicht eingesetzt werden. Zum einen erstellt die Lehrkraft ein Puzzle und die Zusammensetzung übernehmen die Schülerinnen, zum anderen können aber auch die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit ein Puzzle erstellen und es an die jeweils andere Gruppe weitergeben. Vorlage Puzzleteile

Die Talkshow oder Pro und Contra Debatte

Ich nutze die Talkshow immer wieder gerne in meinen Unterrichtsmaterialien. Mit ihr lernen die Schülerinnen und Schüler sich in andere Standpunkte hineinzuversetzen und konstruktiv zu streiten aber eben auch Kompromisse zu schließen und zu akzeptieren. Zudem hat sie de3n Vorteil, dass alle Schülerinnen und Schüler aktiv in das Geschehen mit einbezogen werden.

In der Debatte werden unterschiedliche Standpunkte zum Ausdruck gebracht, mit dem Ziel die Zuschauer vom eigenen Standpunkt zu überzeugen. Spielerisch lässt sich dies in eine Talkshow einbetten. Um sicherzustellen, dass auch alle an der Aufgabe teilnehmen, übernehmen die Zuschauer die Rollen von Beobachtern, Experten und kritischen Zuschauern Rollenkarten Talkshow

Durchführung:

Bevor es losgeht, informieren sich die Schülerinnen und Schüler über das Problem. Per Abstimmung wird das Meinungsbild in der Klasse festgehalten. Anschließend werden die Gruppen ausgelost, wobei es wirklich wichtig ist, dass das Los entscheidet, denn die Schülerinnen und Schüler sollen ja nicht nur ihren eigenen Standpunkt vertreten, sondern sich auch in einen anderen hineinversetzen und diesen argumentativ vertreten. Nun haben die Gruppen Zeit sich mit ihrem Standpunkt ause34inander zu setzen und sich zu überlegen, wie sie argumentieren wollen. Anschließend wählt jede Gruppe je nach Gruppengröße zwei oder drei Diskutanten, die die Gruppe in der Talkshow vertreten.

Die Talkshow kann beginnen. Der Moderator (Lehrkraft) und die TeilnehmerInnen setzen sich im Halbkreis vor die Klasse, der Moderator stellt die Anwesenden kurz vor und bevor die Diskussion beginnt stellen die Parteien kurz ihre Position dar.

Im Anschluss an die Debatte berichten die Beobachter, wie sie die Diskussion wahrgenommen haben und die Zuschauer teilen mit, welche Argumente sie überzeugend fanden und welche nicht.

Um die Sequenz abzuschließen, kann ein erneutes Meinungsbild erstellt werden.

 

Kurzreferat in Kombination mit dem Marktplatz

Das Kurzreferat gehört eigentlich eher zu den trockenen Methoden und ist bei den Schülerinnen und Schülern in der Regel nicht sehr beliebt. Dennoch gibt es Inhalte, die aufgrund ihrer Komplexität oder aus Zeitmangel besser auf verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt werden, wenn man nicht auf noch trockenere Sachtexte zurückgreifen möchte. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler so sich ein Thema selbst zu erarbeiten und frei vorzutragen.

Statt die Lernenden nach der Erarbeitungsphase einfach ein Referat halten zu lassen, kann man die Präsentation als Marktplatz gestallten.

Durchführung:

Ein Thema wird in verschiedene Untergruppen aufgeteilt, die jeweils von Kleingruppen bearbeitet werden. Zur Präsentation bauen die Gruppen je weinen Marktstand auf an dem sie ihr Wissen beispielsweise in Form eines Flyers weitergeben und den Besuchern Rede und Antwort stehen.

 

Der Werbespot

Der Werbespot eignet sich besonders gut, um Institutionen und Organisationen vorzustellen. Wie im Kurzreferat auch erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler ein Thema in Kleingruppen und stellen das Ergebnis in Form eines kurzen Spots dar.

 

Das Rollenspiel

Großer Beliebtheit erfreut sich immer wieder das Rollenspiel, obwohl es zugegebenermaßen auch aufwendig ist. In der Literatur wird zwischen dem gebundenen und dem ungebundenen Rollenspiel unterschieden. Wie der Name schon sagt, erhalten die Schülerinnen und Schüler im ungebundenen Rollenspiel keine Vorgaben. Um die Rolle zu besetzten sind Intuition uns Spontanität gefragt. Dagegen gibt es im gebundenen Rollenspiel Rollenvorgaben. Ich setze das Rollenspiel immer gerne ein, wenn es darum geht, den Schülerinnen und Schülern die Arbeit politischer Institutionen vorzustellen, um Prozesse zu verdeutlichen oder Konflikte darzustellen.

Das Planspiel

Etwas aufwendiger als das Rollenspiel ist das Planspiel, weshalb es sich auch für die Darstellung von Komplexen Zusammenhängen und Entscheidungsfindungsprozessen eignet. In einem Planspiel übernehmen die Lernenden die Rollen von diversen Akteuren in einem vorgegebenen Szenario, es eignet sich besonders gut für Projektwochen und Projekttage, kann aber auch stundenweise gespielt werden.

Durchführung:

Planspiele bestehen meist aus vier Phasen. Der Vorbereitung, der Einführung und Rollenvergabe, der Simulation- und Verhandlungsphase und der Auswertung. In der Simultationsphase werden zunächst das Szenario, die unterschiedlichen Gruppen und die Rollen mit den jeweiligen Funktionen dargestellt. Anschließend machen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Rollen vertraut. Sie gehen der Frage nach, welche Kompetenzen sie im Rahmen des Spiels haben, was ihre Aufgaben sind, zudem versuchen sie sich mit ihrer Rolle zu identifizieren, und einen Standpunkt zu entwickeln. Bevor das Spiel beginnt, erarbeiten sie Strategien, wie sie im Spiel entsprechend ihrer Rolle vorgehen wollen.

Mit Beginn des Spiels treffen die verschiedenen Gruppen und Interessen aufeinander und müssen Entscheidungen fällen. Ist der zeitliche Rahmen nicht zu eng, kann vor der eigentlichen Entscheidungssitzung noch eine Phase eingeschoben werden in der die Gruppen interagieren, Koalitionen schmieden etc., um so die Entscheidung im Vorfeld optimal im jeweiligen Sinne zu beeinflussen. Die Auswertung ist die letzte Phase des Planspiels.

Hier werden die persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse ausgewertet und im Anschluss folgt eine inhaltliche Auswertung.

 

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