Westminster oder warm es nicht zum Wowgefühl kam

London Westminster

Kleine Geschichte von Westminster

Wer heute durch den Londoner Stadtteil Westminster schlendert, wird sich nur schwer vorstellen können, dass er sich auf einer ehemals sumpfigen Insel befindet, auf der vor vielen vielen Jahren Benediktiner Mönche eine Abtei errichteten nämlich Westminster Abbey. Hier werden bis heute die Könige von England gekrönt und beigesetzt.

Na ja so ganz stimmt das mit der Insel im Sumpf nun auch nicht ,denn Thorney Island also, wo Westminster Abbey steht, bildet nur den historischen Kern des Stadtteils der heute in dem Stadtbezirk City of Westminster aufgegangen ist und zumindest verwaltungstechnisch von der Themse und der Chelsea Bridge im Süden, Kensington im Westen Regent’s Park im Norden und Conventgarten bzw Soho im Nordosten begrenzt wird, und um die herum sich bis heute alle wichtigen Regierungsgebäude befinden.

Westminster oder auch City of Westminster kann mit Attraktionen wie eben der Westminster Abbey, dem Big Ben und den Houses of Parliament aufwarten und zieht jährlich Unmengen von Touristen aus aller Welt an. Grund genug, dass wir da natürlich auch hin müssen. Na ja und was sollen zwei outdoorbegeisterte Frauen in einer Stadt und machen? Klar einen Spaziergang durch Westminster.

 

Spaziergang durch Westminster

Wir starten unsere Tour am Trafalgar Square. Hier muss ich alleine schon deshalb hin, weil sich gefühlt jeder zweite Dialog in meinem Englischbuch genau hier ereignet hat.

Trafalgar Square

Als wie aus der Tube kommen und das Licht des Trafalgar Squares erblicken, weiß ich nicht was ich denken soll, denn hier sind überall Touristen aus aller Welt. Die Einen machen Selfies die Anderen versuchen auf der Klampfe etwas Geld für die Weiterreise zu verdienen. Solche Plätze, und es gibt viele davon auf der Welt, hinterlassen immer ein ambivalentes Gefühl bei mir aber egal, darum will ich mich jetzt nicht kümmern. Stattdessen lasse ich mich von der Ampelschaltung ablenken und wohl wissend, dass sich durch diesen symbolischen Akt nichts an der Situation homosexueller auf dieser Welt ändert, freue ich mich über diese Geste.

Westminster Ampel

Wir gehen weiter auf der Whitehall Richtung der Houses of Parliament und haben einige Mühe nicht ständig in Selfies zu geraten oder von einer Instagram Story in die nächste zu stolpern, denn hier wimmelt es nur so von Touristen mit Handys. Die Straße wird gesäumt von den unterschiedlichen Ministerien der britischen Regierung. Nach wenigen Schritten passieren wir die Soldaten des Household Cavalry Mounted Regiment, die vor dem Horse Guards stumm auf ihren Pferden sitzen und fragen uns, was wohl in den Köpfen der Pferde vorgehen mag bei all dem Trubel um sie herum. Kurze Zeit später stehen wir an Kreuzung Whitehall Downing Street, wo in der Hausnummer Nummer 10 der Premierminister seinen Amtssitz hat. Nur eine Seitenstraße weiter befindet sich das Churchill Museum und die Cabinet War Rooms. Hier wurde 1943 in einer Besenkammer der Transatlantic Telephone Room eingerichtet, von dem es eine direkte Telefonverbindung zwischen Churchill und dem US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt gab. Wir sparen uns diesen Abstecher jedoch und schlendern weiter zwischen Regierungsgebäuden die Whitehall entlang in Richtung Westminster Abbey, Houses of Parliament und Big Ben.

Westminster 1

Obwohl die alten, prachtvollen Gebäude wirklich beeindruckend sind, will bei mir nicht so richtige Begeisterung hochkommen, und selbst als wir vor den Houses of Parliament stehen, immerhin an einem Ort, wo Weltgeschichte geschrieben wurde und wird, will mein Politologenherz nicht wirklich höher schlagen. Der Big Ben ist übrigens entschuldigt, denn dafür, dass er bei unserem Besuch von Kopf bis Fuß in einem hässlichen Gerüst gesteckt, kann er nichts. Wir werfen noch einen Blick auf Westminster Abbey und nehmen die Victoria Street Richtung Buckingham Palace.

Laternen London

Bis zur Kreuzung Buckingham Gate schlendern wir an modernen Gebäuden aus Glas und Stahl entlang. Als wir die Kreuzung erreichen, nehmen nicht nur die Touristenströme wieder zu sondern auch die Souvenirläden. Ganze Menschenmengen schieben sich die Buckingham Gate hoch.Oben angekommen wissen wir auch warum, denn ohne es gewollt zu haben, fällt unser Besuch mit einer der legendären Wachablösungen zusammen. Viel sehen kann ich nicht und Menschenmengen und Absperrgitter bestimmen wohin ich gehe. Als ich für ein Bild offensichtlich am falschen Ort stehen bleibe, werde ich gleich von der Polizei angepfiffen. Meine Stimmung nähert sich dem Tiefpunkt und so ist es eigentlich kein Wunder, dass auch beim Buckingham Palace das Wowgefühl nicht so recht aufkommen will. Angetan haben es mir stattdessen die alten Laternen.

Laterne Buckingham Palace

Alles in allem sind mir hier jedoch viel zu viele Menschen und Waffen und zu wenig Selbstbestimmung, denn ich mag es nicht, wenn Menschenmassen mir vorschreiben, wohin ich gehen soll. Also versuchen wir uns auf den Pulk zu befreien und zur nächsten Underground Station zu kommen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Westminster

Auch wenn die Regierungsgebäude, Westminter Abbey, Big Ben und der Buckingham Palace zu den Hauptattraktionen im Stadtteil gehören gibt es natürlich noch weitere Sehenswürdigkeiten. Hierzu gehört beispielsweise das Banqueting House. Es wurde 1619 erbaut und ist das erste englische Gebäude im sogenannten Palladian Styl. Wer sich für  Kunst interessiert, dem sei ein Besuch in der Tate Gallery of British Art empfohlen. Hier gibt es einen Überblick über die britische Malerei der letzten Jahrhunderte. Und für die Freunde byzantinischer Baukunst gibt es noch die  Westminster Cathedral, deren Bau sich an der Hagia Sophia orientierte.  Königlicher geht es hingegen in der Queen’s Gallery zu, die sich direkt neben dem Buckingham Palace befindet und Bilder aus der königlichen Gemäldesammlung in wechselnden Ausstellungen zeigt.zeigt

Mein Fazit zum Stadtteil Westminster

Wenn du nur wenig Zeit hast London zu erkunden und damit leben kannst immer wieder den Satz zu hören: „Was, du warst in London und hast den Buckingham Palace nicht gesehen,“ dann rate ich dir die wenige Zeit die du hast nicht unbedingt in Westminster mit seinen Sehenswürdigkeiten zu verbringen. Das ist natürlich rein subjektiv aber für mich hat London so viele tolle Ecken, die man entdecken kann, wenn man sich auf die Stadt einlässt .Das 200 millionste Foto von Big Ben und Co zu machen kostet da meiner Meinung nach nur unnötig Zeit.

Hat dir der Artikel gefallen oder hast du vielleicht einen ganz anderen Eindruck von Westminster? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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