Wandern auf dem Trockenmauerweg: Meine Erlebnisse Teil 2

Wandern auf dem Trockenmauerweg

Wandern auf dem Trockenmauerweg oder auch GR 221 die zweite. Wer den ersten Teil unserer Wanderung auf dem Trockensteinmauer Weg verfolgt hat, der weiß, dass für heute ein Ruhetag  auf dem Programm steht. Wir machen einfach mal Pause von all den Erlebnissen auf dem Weg.

Ruhetag auf dem Trockenmauer Weg

Den heutigen Tag nutzen wir zum waschen, ausschlafen und faulenzen. Obwohl uns heute nichts und niemand aus dem Bett schmeißt, sind wir verhältnismäßig früh wach und gehen zum Frühstück auf die Terrasse. Ich genieße es total in aller Ruhe zu frühstücken und auch noch einen zweiten Kaffee zu trinken ohne Angst unterwegs auf die Toilette zu müssen. Ungesehen pinkeln ist auf dem Trockenmauerweg übrigens echt ein Problem, da man sich nicht wirklich hinter einen Busch hocken kann.

Banyalburar

Nach dem Frühstück machen wir eine kurze Fototour durch den Ort und verbringen den Rest des Tages lesend auf der Terrasse. Wir wagen sogar den Abstieg zur Bucht von Banyalbufar.

Bad von Banyalbufar

 

Wer hier Badeurlaub machen möchte braucht schon ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen.  Aber vermutlich ist gerade deshalb der Ort noch so schön. Obwohl wir heute nicht annähernd so hungrig sind wie gestern, wollen wir kein Risiko eingehen und entscheiden uns für ein schickes Lokal an der Hauptstraße und werden nicht enttäuscht. Satt genießen wir noch einmal den Abend auf der Hotelterrasse*.

Sonnenuntergang Banyalbufar

Wandern auf dem Trockenmauerweg: Etappe: Banyalbufar – Esporles

Vor uns liegen 7,6 Kilometer und schlappe 4000 Meter Steigung, so dass wir es ruhig angehen lassen und gemütlich auf der Hotelterrasse frühstücken.

GR 221 nach Esporles

Die ersten 3 Kilometer geht es den Berg hoch, zunächst auf einer schmalen Asphaltstraße und später auf einem alten Pflasterweg. Der Mischwald bietet uns angenehmen Schatten und erst einmal oben angekommen geht der Weg abwechseln rauf und runter und ist sehr angenehm zu laufen.

Wandern auf dem Trockenmauerweg

Heute ist Sonntag und dementsprechend viel los auf dem Weg. Gefühlt ist halb Mallorca auf diesem Teilstück unterwegs. In Esporles landen wir in einem netten Hostel* und lassen den Tag im Garten ausklingen.

Wandern auf dem Trockenmauerweg Erlebnisse Garten Hostel

 

Wandern auf dem Trockenmauerweg: Etappe: Esporles – Valldemossa

Als wir heute Morgen aufwachen fehlt uns irgendwie der Elan. Der Blick aus dem Fenster zeigt, dass der Weg im Nebel liegt und so beschließen wir einfach zu kneifen und mit dem Bus nach Valldemossa zu fahren.

 Wandern auf dem Trockenmauerweg Valldemossa Haus

Einen Direktbus gibt es nicht und so machen wir einen kurzen Abstecher nach Palma und steigen dort um. Mal wieder verblüffen uns die niedrigen Preise für die Tickets. In Valldemossa angekommen befinden wir uns plötzlich wieder mitten im Tourismus.

Wandern auf dem Trockenmauerweg Valldemossa Blumentöpfe Valldemossa

Reisegruppen und Deutsche, wo man steht und geht. Als wir in einem Café sitzen ist Fremdschämen angesagt. Am Nachbartisch unterhalten sich doch glatt zwei Pärchen darüber, wie hübsch die Bedienung ist, während sie am Tisch steht. Mir fehlen die Worte.

 

Wandern auf dem Trockenmauerweg Etappe: Valldemossa – Deja

Für heute stehen 12,6 Kilometer auf dem Programm. Motiviert und gut erholt durch den zusätzlichen Pausentag gehen wir zum Frühstück, wo wir auf einen ebenso motivierten Gastgeber treffen. Mit einem unglaublichen Elan serviert er uns eine mallorquinische Spezialität nach der anderen, erzählt von ihren Ursprüngen, wie sie hergestellt wird und und und…. Wir haben nur ein Problem, wir wollen nicht völlig überfressen starten und so versuchen wir ihn in seinem Elan zu stoppen, erklären, dass es sich mit vollem Bauch schlecht wandern lässt. Doch letztendlich haben wir ihn wohl doch enttäuscht, was mir noch einige Kilometer lang leid tut.

Wandern auf dem Trockenmauerweg Valldemossa

Wir verlassen Valldemossa auf einem relativ ebenen Weg, der in einen kleinen Fahrweg übergeht und zusehends steiler wird und teilweise eine Steigung von 36 % erreicht. Irgendwann kommen wir auf einen historischen Reitweg, der jedoch nicht mit heutigen Reitwegen vergleichbar ist, sondern aus eher unwegsamem Pflaster besteht.

Wandern auf dem Trockenmauerweg Valldemossa

Wir sind uns fast sicher die höchste Stelle der heutigen Etappe erreicht zu haben, als der Weg in einen steinigen Pfad übergeht und eine wahnsinns Aussicht bietet.

GR 221 Aussicht

Doch bei einem Rundumblick wurde uns schnell klar, dass wir noch längst nicht am Gipfel sind. Endlich oben angekommen sind wir mächtig stolz auf uns, weil der Aufstieg so gut geklappt hat und wir Ausnahmsweise auch gut in der Zeit liegen.

Ausblick

Da wissen wir noch nicht, dass wir die Rechnung ohne den Abstieg gemacht haben. Wir genießen die tolle Aussicht und nur ab und an fragen wir uns, wo wohl der Weg nach Deja verlaufen mag, denn vor uns sehen wir nur steile Felsen.

Irgendwann ist auch die schönste Pause vorbei und wir machen uns an den Abstieg.  Zunächst geht es nur leicht abfallend den Berg hinunter und wir laufen auf einem Grad mit toller Aussicht.

GR 221 Aussicht auf dem Weg nach Deja

Der Weg ist steinig und wird zunehmend steiler und erreicht ein Gefälle von 28%.

 

Als wir die Felswand hinter uns haben geht es abwechselnd über Steine und Wurzeln in die Tiefe. Waldwege wechseln mit felsigen Wegen und ab und zu geht es verdammt nah am Abgrund entlang. Endlich auf einem eingermaßen gehbaren Weg angekommen Weg angekommen schleppen wir uns bis zum Refugio.

Weg nach Deja

Wir werden von einem etwas ruppig wirkenden Herbergsvater in die Begebenheiten eingeführt, beziehen unsere Betten im Schlafsaal und gehen duschen. Anschließend verschlingen wir gierig das Essen und fallen ins Bett.

 

Wandern auf dem  Trockenmauerweg: Etappe: Deja – Port Soller

Auch diese Nacht im Schlafsaal war nicht wirklich entspannend aber da ich so ko war schon wesentlich besser als die letzte. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zu unserer letzten Etappe. Vor uns liegen 12,6 Kilometer aber zum ersten mal auf dieser Tour geht es nicht nur den Berg rauf und anschließend wieder runter, sondern uns erwartet ein ständiges auf und ab.

Trockenmauerweg

Außerdem gibt es auf dieser Etappe zum ersten Mal auch die Möglichkeit unterwegs einzukehren. Alles in allem also eine Genießertour. Wir verlassen als einer der ersten das Refugio und laufen zunächst durch den Ort Richtung Bucht. Kurs vor der Bucht von Deja biegen wir auf einen kleinen Pfad und erklimmen die erste Steigung.

Weidezaun GR 221

Weiter geht es ein kurzes Stück auf der Straße und schließlich auf einem Pfad. Es geht mal hoch und mal runter und wir begegnen zahlreichen Wanderern, die eine Tagestour machen. Plötzlich steht am weg ein Korb mit Orangen und ein Schild, dass es hier frischgepressten Saft gibt. Wir steigen die Treppen hoch und kommen an ein einfaches Steinhaus.

Einkehr GR 221

Ein paar einfache Gartenstühle laden zum verweilen ein und wir bekommen einen herrlichen saft. Vitamingestärkt laufen wir weiter und kommen nach ca. 2 Kilometern an eine Finca mit Gastronomiebetrieb. Hier können wir natürlich nicht Nein sagen und gönnen uns neben einer Cola eine Kleinigkeit zu essen. Hinter der Finca kommen wir nach einem kurzen Stück Straße auf einen Schotterweg und anschließend auf einen Steinweg.

Das Rufigio Muletta, unsere heutige Unterkunft ist hier bereits ausgeschildert. Weiter geht es vorbei an Eseln über einen sehr schönen aber steinigen Weg.

Esel GR 221

Vom Refugio aus hat man einen tollen Blick auf Port Soller.

Ausblick auf Port Soller

Wir genießen die Dusche aus der ausnahmsweise mal richtig viel und richtig warmes Wasser kommt und setzen uns noch ein letztes Mal in die herrlich warme Abendsonne.

Leuchtturm Port Soller

Die Schlacht um das Abendessen verlieren wir leider. Als das essen auf Platten serviert wird lassen wir andren den Vortritt. Das war eindeutig ein Fehler, denn die scheffeln sich die Teller so voll, dass kaum etwas übrigbleibt. Wir nehmen die Reste und essen erst einmal. Als der Herbergsvater Nachschub auftischt stehen etliche Leute auf und füllen ihren noch nicht leer gegessenen Teller erneut auf. Ich finde das widerlich, muss im Nachhinein aber gestehen, dass diese Leute zumindest satt geworden sind, ganz im Gegensatz zu uns und so knabbern wir noch ein paar Nüsse und kaufen uns eine Tüte Chips.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge falle ich ins Bett. Einerseits möchte ich die Insel noch nicht verlassen, andererseits habe ich aber auch vom Wandern auf dem Trockenmauerweg vorerst genug.

 

Abreise

Lange schlafen ist auf einer Hütte natürlich nicht möglich. Und so stehen wir mit allen anderen auf und packen ein letztes Mal unsren Kram zusammen und legen die letzten Kilometer auf dem Trockenmauerweg zurück. Wir frühstücken in aller Ruhe und laufen die letzten 3 Kilometer nach Port Soller.

Ausblick Port Soller

Dort trinken wir noch einen Café und fahren mit dem Orangenexpress nach Soller.

Aufschrift

Wir gucken uns den Ort an und lassen es uns in einem Café gut gehen, bevor wir uns auf den Weg nach Palma und zum Flughafen machen.

Gasse Soller

 

Du hast noch nicht genug vom GR 221? Dann findest du hier, und hier (folgt) weitere Beiträge und hier  auch den ersten Teil des Berichtes.

Wenn du Fragen zum GR 221 hast, kannst du sie gerne in den Kommentaren stellen. Ich beantworte sie so gut ich kann.

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