Ich bin dann mal kurz in Düsseldorf – Dem Vorurteil auf der Spur
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Ich bin dann mal kurz in Düsseldorf – Dem Vorurteil auf der Spur

 

Grund für meinen Besuch in der verbotenen Stadt, ich komme nämlich aus Köln , war ein Reisebloggertreffen. Da ich nicht gerne im dunklen Auto fahre, habe ich kurz entschlossen ein super günstiges Hotel in Bahnhofsnähe gebucht. Endlich hatte ich die Gelegenheit der Konkurrenz zwischen Köln und Düsseldorf auf den Zahn zu fühlen. Noch war ich etwas skeptisch: Nicht, dass es mir wie dem einen kleinen Jägermeister der Toten Hosen ergeht, der versehentlich nach Köln fuhr und dort verschwandt.

 

Der erste Eindruck

Egal wie, ich liebe Abenteuer und habe mich auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, allerdings nicht ganz allein. Als Begleitung habe ich mein Rad mitgenommen. Als ich von der Autobahn abfuhr, war alles ganz normal, na ja nicht ganz: In Düsseldorf ticken nicht die Uhren anders als in Köln, sondern die Ampeln. Hier gibt es nämlich statt des gelben Kreises einen gelben Balken und die Gelbphase scheint auch irgendwie länger zu sein, als in der Heimat. Aber das wird ja wohl kein Grund für die Konkurrenz zwischen Köln und Düsseldorf sein!

Ich kämpfe mich durch das freitägliche Verkehrschaos, was in Köln genauso nervig ist wie in Düsseldorf und finde tatsächlich ein zentral gelegenes Parkhaus, wo ich für 24 Stunden nur 6,00 Euro zahle (gibt es das in Köln auch?). Das Rad ist schnell ausgeladen und ich radel die wenigen Meter bis zu meinem Hotel, einer wirklich supergünstigen Unterkunft. Gut, es ist kein Luxusschuppen, das Hotel Doerenkamp, dafür liegt es zentral, das Personal ist supernett und ich bekomme, was ich brauche, nämlich ein Bett zum Pennen und habe sogar ein eigenes Bad, was in dieser Preiskategorie nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Hotel Doerenkamp

 

Auf der Suche nach Antworten – Woher kommt die Konkurrenz?

Lange halte ich mich nicht im Zimmer auf, denn schließlich will ich ja herausfinden, woher die uralte Konkurrenz zwischen Köln und Düsseldorf kommt. Mich interessieren nicht die Sehenswürdigkeiten, sondern die Stadt und so schwinge ich mich auf mein Rad, fahre kreuz und quer durch Bilk, besuche den Medienhafen, radel am Rheinufer entlang zur alten Oper, schlage mich zur Königsallee durch und lande am Abend schließlich auf dem Weihnachtsmarkt und in der Altstadt.

Blick auf die Altstadt

Mal abgesehen davon, dass die Weihnachtsmärkte in Köln wirklich schöner sind und die Kö mehr hochkarätige Geschäfte zu bieten hat als die Kölner Breite- Mittel- und Pfeilstraße finde ich wirklich nichts, was diese Feindschaft, die ja letztendlich auf Neid gründet, begründet. Egal, jetzt ist erst einmal Bloggertreffen angesagt und ich genieße den Abend.

Zurück im Hotel lässt mich die Frage, wo hier eigentlich der Hund begraben liegt, nicht los. Ich will einfach wissen, woher die Konkurrenz zwischen Köln und Düsseldorf kommt.Letztendlich sind sich die beiden Städte doch sehr ähnlich: Sie liegen beide am Rhein und sind für ihre typisch rheinische Mentalität bekannt, in beiden Städten wird Bier gebraut, auch wenn man in Köln das helle Kölsch und in Düsseldorf das dunkle Alt bevorzugt – obergärig sind sie beide. Und auch der Karneval ist in beiden Städten eine Institution. Gut, die einen brüllen helau und die anderen alaaf – für mich als Karnevalsmuffel macht dies keinen Unterschied. Mir fallen langsam die Augen zu und mir ist klar, dass ich das Rätsel wohl nicht lösen kann, doch so schnell will ich nicht aufgeben und so beschließe ich am nächsten Morgen nicht gleich zurück nach Köln zu fahren, sondern das vorweihnachtliche Treiben zu nutzen und den Düsseldorfer an und für sich, nach der Ursache der Rivalität zu fragen.

Duesseldorf panorama

Jetzt will ich es wissen

Am nächsten Morgen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob meine Idee wirklich so gut war, aber jetzt will ich es wissen und ziehe los. Total nervös spreche ich einen jungen Mann an, der an einer Bushaltestelle steht. Für ihn ist die Sache ganz klar,die Konkurrenz zwischen Köln und Düsseldorf  liegt im  Fußball begründet.. Ich habe keine Ahnung von der Thematik und verstehe nur Fortuna und FC. Ich erfahre viel überverschiedene Spieler, Spieltaktiken und und und –  und bin vor allem froh, als endlich der Bus kommt. Nachdem ich meine erste Scheu überwunden habe, spreche ich noch mehrere Passanten an. Der eine erzählt mir, dass die Düsseldorfer zwar stolz auf ihren Karneval wären, es aber überhaupt nicht verknusen könnten, dass die Kölner Karnevalslieder im ganzen Rheinland gesungen werden. Eine Familie bepackt mit Einkaufstaschen vermutet die Feindschaft in dem Neid der Kölner auf die tollen Einkaufsstraßen in Düsseldorf. An einer Straßenecke wünscht eine Partei den Passanten eine schöne Weihnachtszeit und ich hoffe hier auf Antworten. Doch, was ich hier zu hören bekomme, hat für mich auch keinen wirklichen Erklärungswert: Köln sei einfach neidisch, weil Düsseldorf die Hauptstadt von NRW sei.

Blick über den Rhein

Okay, soll es das wirklich gewesen sein? Ich weiß es nicht, gebe jedoch für#s Erste auf und fahre nach Köln.

Immer noch keine befriedigende Antwort

Ich recherchiere noch etwas im Netz und da ist plötzlich die Rede davon, dass die Feindschaft zwischen den Städten aus dem Mittelalter herrührt und wenn ich den Quellen trauen darf, sind sogar die Kölner den Ausschlag gegeben haben. Köln war zu dieser Zeit eine wichtige Handelsstadt und hatte das Monopol auf die Handels- und Zollrechte auf Waren, die über den Rhein schipperten. Dies war für die Düsseldorfer besonders ärgerlich, denn sie konnten Zusehen, wie die waren an ihnen vorbeifuhren, die sie dann anschließend in Köln – selbstredend mit Aufschlag – kaufen mussten. Irgendwie verständlich der Ärger, aber nach so vielen Jahrhunderten für mich nicht mehr nachvollziehbar. Mein Tipp an alle Kölner und Düsseldorfer: Vorurteile blockieren nur das eigene Denken und Handeln, nutzt doch einfach die Gelegenheit, dass die beiden Städte so nah beieinanderliegen, denn jede hat etwas, was die andere nicht hat. Klar kommen die jeweiligen Städtewitze immer gut an, aber Witze beruhen auf Vorurteilen und Vorurteile gibt es in unserer Zeit viel zu viele. Mal ehrlich ist es nicht egal, ob das Bier im Reagensglas, im Humpen oder sonst wie serviert wird – Hauptsache es schmeckt! Ich kann einen Besuch in Düsseldorf nur empfehlen, nur solltet ihr ein bisschen mehr Zeit einplanen, als ich es getan habe.

Weitere Informationen
  • Wenn du Düsseldorf mit dem Fahrrad erkunden möchtest findest du hier einige Tourenvorschläge.
  • Verschiedene öffentliche Touren bietet auch der Tourismusverband an.
  • mehr über die örtlichen Sehenswürdigkeiten erfährst du hier.

Wie sieht es bei Dir aus? Kennst du die beiden Städte und die Rivalität? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Schreib doch einen Kommentar.

 

 

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