Einfach gebloggt #3 : Eine Taxifahrt in Südfrankreich oder wie ich Gott ein Stück näher kam

Taxifahren

Wir wollten wandern und da es keinen Bus zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gab und Jana nicht trampen wollte, hatten wir am Vortag eine Taxifahrt organisiert.

St. Enimie
Es ist noch früh, als wir in St. Enimie, einem kleinen Ort am Tarn eintreffen und unser Auto abstellen. Die ersten Souvenirläden Rollen ihre Postkartenständer raus und hier und da gibt es schon einen Kaffee. Wir trinken einen Cafe Ole in einer der bereits geöffneten Bars und machen uns zu dem vereinbarten Treffpunkt auf. Dort lernen wir nicht nur den Fahrer, einen schnittigen Kerl um die 30 kennen, sondern auch das Gefährt. Es ist noch schnittiger und garantiert noch kein Jahr alt. Der Fahrer verkündet, dass es in 10 Minuten losgeht und wir warten geduldig. Zehn Minuten in denen wird zwar über das feixen, was uns auf der Taxifahrer wohl erwartet, in denen wir uns aber keine ernsthaften Sorgen um unsere Zukunft machen. Und dann geht es los. Schon im Ort ist der gute Mann recht zackig unterwegs. Hinter dem Ort wird die Straße schmaler, der Fahrer jedoch keineswegs langsamer.

Straße Südfrankreich

Während links der Felsen und rechts der Abgrund an mir vorbeirauschen, vermesse ich innerlich die Straße: Zwei Pkws müssten, bei nötiger Rücksicht, aneinander vorbei passen. Ein SUV und ein PKW eventuell und zwei SUVs werden verdammt heikel. Und während ich mir überlege, was wohl passiert, wenn ein LKW und ein PKW aufeinandertreffen, werde ich von der Praxis eingeholt. Als ich den Laster um die Kurve kommen sehe, rutscht mir das Herz in die Hose. Unser Fahrer denkt jedoch im Traum nicht daran, vom Gas zu gehen.

Kammstraße Frankreich

Uff, überlebt, die Straße ist wohl doch breiter als gedacht. Dennoch überlege ich mir, warum ich Bungee Jumping für mich immer kategorisch ausgeschlossen habe, ich mich aber freiwillig in dieses Taxi gesetzt habe. Wir entgehen noch einem Wohnmobil und ich bin fest davon überzeugt, dass wir es nur der Schwerkraft zu verdanken haben, dass wir nicht aus der ein oder anderen Kurve geflogen sind. Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich ein Stoßgebet gen Himmel senden soll, als der Fahrer den Blinker setzt, rechts abbiegt und uns am Ausgangspunkt unserer Wanderung raus lässt. Kreidebleich und mit zittrigen Knien zahle ich den ausgemachten Betrag und bin mir sicher, dass ich diese 19 Kilometer so schnell nicht vergessen werde.

Hast du auch schon einmal eine Taxifahrt erlebt bei der dir Angst und Bange war? ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

Du möchtest meine Schreiberei unterstützen?

Dann nutze doch bei deiner nächsten Amazonbestellung einfach diesen Link (https://amzn.to/2HXn7oV). Dich kostet die Bestellung keinen Cent mehr und ich bekomme ein paar Cent dafür.

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst.

2 Gedanken zu „Einfach gebloggt #3 : Eine Taxifahrt in Südfrankreich oder wie ich Gott ein Stück näher kam

  1. Hallo Anja,
    danke für deinen tollen Beitrag! Du hast mir wirklich zum Lachen gebracht. Wie bildlich du dein Erlebnis schilderst ist einmalig! Und somit glaube ich dir auch wirklich, dass du diese Fahrt nicht so schnell vergessen wirst. Aber für eines war sie ja zumindest gut: du hast was zu erzählen! Auch wenn du im Moment der Taxifahrt wohl nicht an die positiven Seiten dieser Schreckensfahrt gedacht hast.
    Liebe Grüße, Veronika

    1. Hallo Veronika,
      du hast Recht, wir denken immer noch mit einem Schmunzeln an diese Fahrt. Allerdings konnte ich meine Tochter im weiteren Verlauf unserer Tour zu keiner weiteren Taxifahrt bewegen und so sind wir dann an der Verdonschlucht nicht den ganzen Weg gegangen, sondern nach der Hälfte wieder zurück zu unserem Auto.
      Liebe Grüße
      Anja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die folgende Prozedur ist lästig, wird aber von der DSVGO vorgeschrieben

*

Pflichtfeld, wenn du kommentieren möchtest.