Das Lipizzanergestüt in Lipica

Das Lipizzanergestüt in Lipica

Das Lipizzaner Gestüt Lipica, mit seinen keineswegs nur weißen Pferden, begeistert nicht nur Pferdenarren. Das bei der Ortschaft Sežana gelegene Gestüt, nahe der italienischen Grenze eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Wer mehr Zeit auf dem Gestüt verbringen möchte, der kann sich in dem Hotel auf dem Gelände des Gestüts einquartieren.

Unser Besuch auf dem Lipizzaner Gestüt Lipica

Als wir unsere Radreise durch Slowenien geplant haben, stand für uns schnell fest, dass wir unbedingt einen Abstecher nach Lipca zu dem bekannten Lipizzaner Gestüt machen müssen.
Schon auf dem Weg nach  Sežana frage ich mich, was uns wohl erwartet. Irgendwie muss ich an die Fernsehserie Dallas aus meiner Kindheit denken und stelle mir eine lange Auffahrt mit weißen Weidezäunen vor. Und tatsächlich, als wir auf das Gelände des Gestüts abbiegen befinden wir uns auf einer langen Auffahrt mit weißen Weidezäunen.

Anders als bei Dallas ist sie aber auch noch von Bäumen gesäumt, denn bis heute wird für jedes Fohlen ein Baum gepflanzt. Von weitem sehen wir die ersten Pferde, die friedlich auf der riesigen Weide grasen und irgendwie herrscht eine ganz besondere Atmosphäre von Ruhe.
Wir haben gerade noch Zeit im Hotel einzuchecken und dann geht es auch schon los.

Wir haben uns für eine Führung über das Gelände entschieden und erfahren viel über die Geschichte des Gestüts und die Zucht. Doch am meisten beeindruckt uns das Schauspiel, das sich uns bietet, als zunächst die Jungtiere und anschließend die Stuten mit ihren Fohlen von der Weide kommen. Wer dies miterleben möchte sollte unbedingt die letzte Führung am Tag besuchen.

Die Geschichte des Lipizzanergestütes Lipica

Wer Lipizzaner hört, der denkt an Wien und die Wiener Hofreitschule, wo die edlen Pferde noch heute ihre Kunststücke vorführen. Und tatsächlich besteht eine enge Verbindung zwischen dem Gestüt und den Habsburgern.
Das Gestüt wurde 1580 von Erzherzog Karl gegründet und gehört heute zu den ältesten Gestüten Europas. Im Jahr 1581 ließ Erzherzog Karl II Pferde aus Spanien einführen und kreuzte sie in die einheimischen Karstpferde ein und legte damit den Grundstein für die Rasse der Lipizzaner. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wird das Gestüt immer wieder erweitert und die Pferde erfreuen sich an der Wiener Hofreitschule großer Beliebtheit.

Als Napoleons Truppen immer näher rücken, wird im März 1797 eine Flucht mit 300 Pferden nach Ungarn organisiert. Nach Unterzeichnung des Friedens von Campofornio kehren die Pferde nach 7 Monaten nach Lipica zurück. Doch dies sollte nicht die letzte Flucht aus Lipica sein, denn das Gestüt gerät immer wieder in die Kriegswirren. Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges versuchte man die Pferde an sicheren Orten unterzubringen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört Lipica zum Staatsgebiet Jugoslawien. An dem Gestüt besteht kein großes Interesse, dennoch kann Tito die Auflösung verhindern. Ab 1963 wird die Zucht auf dem Gestüt intensiviert und es wird nach und nach zu einer Touristenattraktion. In den 80er Jahren erlebt das Lipizzaner Gestüt einen Aufschwung, der mit dem Krieg Anfang der 90er Jahre jäh endet. Nach Ende des Krieges erholt sich das Gestüt zusehends und wird 2002 als Zuchtinstitut anerkannt.

Die Zucht auf dem Lipizzaner Gestüt

Die Lipizzanerzucht ist ein kompliziertes Unterfangen, da die Reinheit der Rasse eines der wichtigsten Merkmale der Lipizzaner ist. Jedes Pferd, das in Lipica das Licht der Welt erblickt hat einen langen Stammbaum, der in dicken Büchern festgehalten wird und sich bis auf die Ursprünge des Gestütes zurückverfolgen lässt. Um Inzest zu vermeiden gibt es in Lipica sechs Hengstlinien und 12 Stutenlinien. Diese Blutlinien oder auch Familien, bilden die Grundlage der Zucht. Alle vier Jahre setzt ein anderer Hengst die Familienlinie fort.

Aktivitäten auf dem Gestüt

Die Führungen über das Gestüt finden in den Sommermonaten täglich zwischen 10.00 und 17.00 Uhr statt. Einen genauen Zeitplan findest du auf der Homepage des Gestüts. Doch das Gestüt bietet noch viel mehr. Als echter Pferdenarr kannst du hier auch eine Dressurreitstunde nehmen oder an einem Ausritt teilnehmen. Zudem besteht die Möglichkeit beim Training der Pferde zuzusehen oder sich sogar als Pferdeflüsterer zu versuchen. Genaue Informationen zu diesen Angeboten und zu unterschiedlichen Aufführungen samt Terminen gibt es hier.

Übernachten Auf dem Gestüt

Wenn du gleich mehrere Tage auf dem Lipizzanergestüt verbringen möchtest, dann empfehle ich dir das Hotel Maestoso direkt auf dem gelinde. Von hier sind alle Veranstaltungsorte zu Fuß erreichbar. Aber auch in Sežana gibt es eine große Auswahl an Unterkünften in unterschiedlichen Preiskategorien.

Anreise
Mit dem Auto aus Italien

Triest – Sežana (Grenzübergang Fernetiči/Fernetti) – Lipica
Görz – Grenzübergang Rožna dolina (Casa rossa) oder Vrtojba (S. Andrea) – Lipica

Mit dem Auto aus Österreich

Šentilj/Spielfeld – Maribor – Celje – Ljubljana – Sežana – Lipica
Karawanken – Bled – Ljubljana – Sežana – Lipica

Mit dem Zug

Wenn du mit dem Zug anreisen möchtest, so geht dies über die Orte Ljubljana, Sežana, Divača und Koper. Genauere Informationen über Fahrpläne und reisen findest du bei der slowenischen Bahn.
Bist du gerade in Italien, dann reist du über Triest an und findest bei trenitalia nähere Informationen

Mit dem Bus

Informationen zur Anreise mit dem Bus findest du auf der Seite www.avrigo.si und www.ap-ljubljana.si

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst.
Menü schließen