Radreisen: 5 Tipps für die Ausrüstung

 

Was braucht man eigentlich für eine Radreise? Da gehen die Vorstellungen sicher weit auseinander. Ich selbst mache seit 10 Jahren Radreisen und habe hier meine Erfahrungen hinsichtlich der Ausrüstung in 5 Punkten für Dich zusammengefasst.

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Fangen wir mit dem Fahrrad an: Natürlich kann man sowohl mit einer alten Dreiganggurke als auch mit einem 1.500 Euro Rad eine Radreise machen, doch beides muss meiner Meinung nach nicht sein. Die Gurke dürfte einiges an Kondition erfordern und umgekehrt muss man auch bei einem teuren Rad noch selber treten.

Ich fahre seit jeher mit einer Mischung aus Mountain- und Trekkingbike aus der unteren Mittelklasse und bin sehr zufrieden. Wichtiger als der Preis ist, dass ihr gut sitzt, damit euch nicht nach den ersten Kilometern der Rücken, die Handgelenke  und der Po weh tun – wobei sich letzteres auf langen Strecken meist nicht gänzlich vermeiden lässt!

Über Hörner am Lenker wird viel gestritten. Die einen finden sie sinnlos und die anderen gefährlich. Ich persönlich genieße es, wenn ich auf langen Strecken auch mal umgreifen kann und  so Rücken und Handgelenke in eine neue Position bringen kann. Aber das ist Geschmackssache, ebenso wie die Klickies. Seit ich Rennrad fahre habe ich an meinem Trekkingrad die Doppelpedalen, so dass ich wählen kann, ob ich eingeklickt fahre oder nicht.

Bei der Bereifung schwöre ich auf die Billigschläuche vom Aldi und als Mantel kommt mir nur der Schwalbe Marathon Plus ans Rad. Und ganz ganz wichtig ist für mich ein Tacho, er kann noch so einfach sein, aber er muss vorhanden sein. Ich will unterwegs einfach wissen wieviel ich schon gefahren bin und wie weit es noch ist und natürlich will ich am Ende der Tour auch die Gesamtkilometer wissen. Ich habe sogar schon einen Umweg von 60 Kilometer gemacht, nur um mir einen Tacho zu kaufen, nachdem ich meinen verloren hatte.

 

Kommen wir als nächstes zu den Klamotten: Auch hier gilt: Alles geht, nichts muss. Natürlich kann ich mich vor einer Radreise in einem Fahrradladen oder einem Outdoorgeschäft für viel Geld durchstylen lassen, ich finde aber das ist nicht nötig. Worauf ich jedoch in keinem Fall verzichten möchte ist eine ordentliche Fahrradhose und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich hier schon lohnen kann etwas tiefer in die Tasche zu greifen, denn ein gutes Polster ist unterwegs Gold wert. Ansonsten fahre ich in einem ganz normalen T-shirt oder Top, allerdings achte ich schon darauf, dass die Sachen möglichst schnell trocknen. Apropos trocknen, stellt sich noch die Frage nach der Regenbekleidung: Ich persönlich nehme nur eine dünne Regenjacke mit, denn Regenhosen finde ich super unbequem und meistens auch viel zu warm. Wer das anders sieht sollte jedoch darauf achten, dass die Regenhose speziell für das Radfahren ist, denn sonst wird es noch viel unbequemer als es eh schon ist.

Noch ein Tipp für all jene, deren Vorbau nicht lang genug sein kann, um die Karte lesen zu können: Ich habe mir letztes Jahr eine Fahrradbrille mit Lesefenster gekauft – echt super!!!

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Kommen wir zur Navigation: auch, wenn ich von anderen oft belächelt werde, ich bin immer noch mit diesen riesen Dingern unterwegs, die aussehen wie Schnittmuster und zwar aus verschiedenen Gründen: Erstens liebe ich es seit meiner Kindheit abends über der Landkarte zu sitzen und zu gucken, wo es am nächsten Tag langgeht, zweitens, weiß ich auch gerne, was links und rechts von meinem Weg so los ist und drittens habe ich keine Lust irgendwo in der Pampa zu sitzen und nicht weiter zu wissen, weil es keinen Empfang gibt, der Akku gerade mal leer ist oder das GPS schlicht und ergreifend gestohlen wurde.

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Na ja und dann müssen ja auch die ganzen Utensilien, die man mitnehmen möchte irgendwie untergebracht werden. Da brauch ich gar nicht lange um den heißen Brei herumreden. Ich schwöre auf die Ortliebtaschen, denn die sind wirklich 100%ig dicht. Ich hatte noch nie nasse Klamotten, selbst dann nicht, wenn wir mit unseren Rädern fast weggeschwommen sind. Ich habe meine jetzt seit 10 Jahren und sie sind immer noch so zuverlässig, wie am ersten Tag.

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Und zum Schluss noch ein paar Worte zu dem sonstigen Equipment: Da wir auf unseren Touren campen stellt sich natürlich die Frage nach einem passenden Zelt,  Isomatten, Schlafsack und Kocher.

Ich habe mir vor 8 Jahren das Poro 2 von Kaikialla gekauft und es hat sich wirklich gelohnt. Abgesehen davon, dass es dicht und Verpackt nicht größer als ein mittelgroßer Schlafsack ist, können Innen- und Außenzelt gemeinsam aufgebaut werden, was einfach super ist, wenn es beim Aufbau regnet. Außerdem fällt es auf dem Campingplatz in die Preiskategorie „kleines Zelt“ und bietet trotzdem genug Raum für unser alltägliches Chaos.

Obwohl ich mir in meinem „Alter“ schon verschiedene aufblasbare Isomatten der Luxusklasse gegönnt habe und immer nur Ärger hatte bin ich nun bei der Termarest gelandet und sie hat bisher am längsten durchgehalten. Unsere Schlafsäcke sind so eine Geschichte für sich oder besser gesagt sie haben Geschichte, denn es handelt sich um 30 Jahre alte Daunenschlafsäcke von Salewa und obwohl schon mal die ein oder andere Naht nach genäht werden musste sind sie immer noch Spitze. Generell würde ich zu einem Schlafsack raten, der auch für ein Paar Grad unter Null ausgelegt ist, denn in den Bergen kann es Nachts schon mal empfindlich kalt werden. Ob lieber Daunen oder Syntetik kann ich echt nicht sagen, da ich bei den neuesten Entwicklungen nicht up to date bin. Geht es in wärmere Gefilde nehmen wir nur einfache Fleeceschlafsäcke mit.

Bleibt also nur noch die Frage nach dem essen. Wir kochen mit dem Esbit Spirituskocher. Das Set ist klein und Spiritus bekommt man eigentlich überall auf der Welt, mitunter verbunden mit einer netten Begebenheit. So habe ich in Italien in einem kleinen Alimentari nach Alkohol denaturata (Spiritus) gefragt und bin in die Spirituosenabteilung verwiesen worden. Dort habe ich der Verkäuferin erneut erklärt, was ich haben wollte und sie ging mit mir zu dem Regal mit den Putzmittel. Als ich begeistert nach der Flasche gegriffen habe hat sie mich eindringlich darauf hingewiesen, dass ich das Zeug um Himmels willen nicht trinken soll.

Abschließend muss gesagt sein, dass auch wir uns etwas unnötigen Schnickschnack gönnen. So beispielsweise das Waschbecken von Ortlieb – man kommt wirklich ohne aus, aber es ist echt praktisch zum spülen, Klamotten einweichen und um Getränke zu kühlen. Dann haben wir noch Mikrofaserhandtücher, die zwar super klein sind und schnell trocknen, mit denen man sich aber nicht wirklich abtrocknen kann, denn irgendwie verteilen sie die Wassertropfen nur gleichmäßig auf der Haut und last but not least gehört eine Wäscheleine zu unseren neuesten Errungenschaften.

 

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0 Gedanken zu „Radreisen: 5 Tipps für die Ausrüstung

  1. Hallo Anja, Glückwunsch, guter Bericht,gute Tips! Befolge ich alle, bis auf Zelten und Kochen, bin ich zu bequem dazu. Zu den Utensilien: Schweizer Taschenmesser und Universal Fahrrad Werkzeug Kit gehört unbedingt dazu, zur Kleidung: Norma hat manchmal wirklich gute Radklamotten, habe Jacke und Shirts, Hose passt nicht, kann man zurückgeben, zum Rad: beste Erfahrung mit Scheibenbremsen, vor allem bei Nässe, zu Ortlieb Tasche: meine hat sich aufgelöst nach 5 Jahren und 40.000 km, habe sie zu Ortlieb geschickt zum Neuvulkanisieren, erhielt eine neue, kostenlos. Grüße Friedrich

  2. Liebe Anja,

    ein schöner Artikel und eine Ausrüstung ohne Firlefanz.

    Eigentlich kann man auf das Waschbecken gut verzichten. Allerdings sehe ich es seit unserer Reise durch Frankreich mit ganz anderen Augen. Wir waren während der Hitzewelle unterwegs und hatten 40° im Schatten. Das Becken ist perfekt um bei der Hitze die Füße zu kühlen. Ich fahre nie wieder ohne.

    Beim Thema Landkarten bin ich voll und ganz bei dir. Wir hatten Frankreich ständig irgendwelche Leute, die auf unsere Karte sehen wollten, weil sie selbst mit dem Navi unterwegs waren und nicht wussten, wie es weitergeht. Ich fand das schon ziemlich nervig.

    Liebe Grüße

    Daniela

      1. Dem kann ich nur beipflichten.
        Ich habe mir seiner Zeit das eTrax Legend HCx bei Markteinführung gekauft, und seit dem nur noch damit navigiert.
        Die Papierkarten hab ich nur als Backup dabei für den Fall der Fälle.
        Meist nutze ich sie aber wenn dann um zu schauen, was in der Umgebung/Region so ist.

    1. Hallo Daniela,
      klar ist das Waschbecken Schnickschnack aber eben nützlicher!!! Was die Landkarten betrifft habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht, dennoch kann ich nicht ganz abstreiten, dass so ein Teil mittlerweile einen gewissen Reiz auf mich ausübt. Allein der Gedanke, das wir uns in 5 Wochen quer durch Mailand quälen müssen macht ein Navi echt attraktiv. Aber nein, ich werde mein Urlaubsgeld nicht in so ein Ding stecken – lieber fahr ich im Herbst noch ein paar Tage weg.
      Ich wünsch dir viel Spaß in Schottland.
      Anja

  3. Mahlzeit,

    wieder mal ein recht interessanter Artikel/Blogeintrag von Dir.
    Nachdem ich deinen Eintrag zum Thema Radreisen in Holland gelesen habe, hab ich hier und dort mal etwas durch deinen Blog gestöbert.
    Und da ein Blog ja nicht zuletzt davon lebt, dass es auch mal Feedback gibt, dachte ich, es ist an der Zeit auch mal nen Kommentar da zu lassen.

    Was das Thema „Reiserad“ angeht, da bin ich ganz bei Dir.
    Es muss nicht immer das teuerste vom teuren sein. Ok, ich baue mir zwar gerade ein Reiserad von Grund auf selber auf, das liegt aber daran, dass ich kein Rad von der Stange gefunden habe, dass mir so recht gefällt, zudem kann ich die Anschaffungskosten besser auf die Zeit verteilen.
    Was das Thema Hörnchen angeht, auch ich mag es, wenn ich möglichst oft umgreifen kann, daher habe ich mich dazu entschieden eine Dropbar zu fahren, in meinem Fall den Boondocks von Satori. Das ganze noch mit Zusatzbremshebel, um aus jeder Position bremsen zu können.

    Ich habe seit Freitag einen ähnlichen Kocher, ich habe mir ein Modell von Trangia gegönnt, aus dem selben Grund wie du wohl deinen, Spiritus/Brennalkohol oder ähnliches kann man überall bekommen, und im absoluten Notfall könnte man das Teil sogar mit Benzin befeuern.

    Schlafsäcke haben wir hier auch eher einfache, wenn es mal etwas kälter ist, dann wird sich halt was wärmeres dazu angezogen, oder nen leichtes Inlay.

    Ich habe mir jetzt für die ersten Touren für mich und meinen Sohn ein neues Zelt gekauft, das ist zwar recht leicht für ein 3-Mann Zelt, aber mit dem Packmaß bin ich nicht so recht zufrieden, aber da gibt es wohl schlimmeres.

    Navigieren tu ich aber schon seit Jahren mit meinen alten eTrax Geräten.
    Ich habe aber immer auch eine Übersichtskarte von der Region dabei, wenn auch noch nie gebraucht.

    Beste Grüße aus dem Ruhrpott
    Mario

  4. kannst du mal das Zelt verlinken? ich finde es nämlich nicht 🙁 wir brauchen nämlich mal ein neues Zelt – unser altes vom Discounter für 20DM gibt langsam seinen Geist auf 😉

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